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Innsbruck 1976 Nr. 03 - Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck
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Die Verwaltung rationalisieren?

Die sich wandelnden Aufgaben erfordern eine ständige Überprüfung der Verwaltung

(Gr.) Die Frage, wie die Verwaltung der Stadt noch rationeller be¬
sorgt werden könnte, wird immer aktuell und nie überholt sein. Sie
stellt sich den Bürgern, deren Abgaben ja für die Stadtverwaltung
herangezogen werden, ebenso wie den für die Geschicke der Stadt
durch eine politische Funktion oder durch eine Verwaltungstätig¬
keit Verantwortlichen. Natürlich ist die Stadt nicht einfach mit dem
Produktionsbetrieb der Wirtschaft zu vergleichen, sie entspricht
eher einem großen Dienstleistungsunternehmen, für das immer auch
soziale Gesichtspunkte maßgebend sind. Aber auch unter solchen
Voraussetzungen hat Rationalisierung echte Chancen.

Sie liegen zunächst einmal in
jenem Wandel, der sich in den
letzten Jahren besonders be¬
merkbar gemacht hat: Waren es
früher rein behördliche Aufga¬
ben, welche die Stadt wahrzu¬
nehmen hatte, so sind es in zu¬
nehmendem Maße nun auch
wirtschaftliche Betätigungen ge¬
worden. Dem muß sich die Ver¬
waltung anpassen, wenn sie ra¬
tionell bleiben soll. Dazu kommt,
daß sich auch durch das starke
Wachstum der Stadt die Dimen¬
sionen geändert haben. So ist
man im Rathaus darangegan¬
gen, die Palette der gebotenen
Leistungen zu überprüfen. Wird
die einzelne Leistung noch ge¬
wünscht, wird sie in dem gebo¬
tenen Umfang gewünscht, und
schließlich, wird sie auch auf die
möglichst sparsamste Weise er¬
bracht. Dabei ergeben sich im¬
mer wieder Einsparungsmöglich¬
keiten, beispielsweise durch or¬
ganisatorische Maßnahmen, wie
die Zusammenfassung gleichar¬
tiger Dienstzweige oder durch
die dann sinnvoll werdende
Heranziehung der Automation.
So wurden etwa zu Beginn des
vergangenen Jahres Gartenamt
und Stadtgärtnerei zu einer ver¬
waltungsmäßigen Einheit oder
sollen die städtischen Bäder, im
einzelnen also das Freischwimm¬
bad Tivoli, das Dampfbad in
der Salurner Straße, das Hallen¬
bad im Olympischen Dorf, nach
seiner Fertigstellung das
Schwimmbad in der Höttinger
Au und schließlich wohl auch

das Hallenbad an der Gaswerk¬
brücke gemeinsam verwaltet
werden, was neben anderen
Vereinfachungen und Ersparnis¬
sen auch mehr Beweglichkeit im
Einsatz des Personals bringt.
Was schließlich die Automation
betrifft, so ist Innsbruck die
zweite österreichische Stadt,
welche die elektronische Daten¬

verarbeitung, und dies schon im
Jahr 1965, im Rahmen ihrer Ver¬
waltung eingesetzt hat.

Neben den eigenen Anstrengun¬
gen um Rationalisierung, die
sich auch das städtische Kon¬
trollamt zum besonderen Anlie¬
gen gemacht hat, können je¬
doch auch anerkannte Rationa¬
lisierungsunternehmen, die au¬
ßerhalb der Gefahr der Be¬
triebsblindheit stehen, ihre Bei¬
träge leisten. Ein solches Insti¬
tut hat von der Stadt eben den
Auftrag erhalten, die Finanzver¬
waltung, den Wirtschaftshof,
den Schlachthof und die Bäder¬
verwaltung zu durchleuchten
und entsprechende Vorschläge
zu erarbeiten.

Rettende Schere ist bereit

Neues Einsatzgerät beschleunigt Bergung von Unfallopfern

(Th.) Im Verlauf von schweren
Verkehrsunfällen kommt es im¬
mer wieder vor, daß Fahrzeug¬
lenker oder mitfahrende Perso¬
nen im Fahrzeug eingeklemmt
werden. Für die herbeigerufe¬
nen, auch in Erster Hilfe ge¬
schulten Feuerwehrmänner be¬
ginnt nun die ebenso schwierige
wie gefährliche Arbeit: Das
Fahrzeug ist zu öffnen und der
Verletzte zu bergen. Dem meist
schwer beschädigten Fahrzeug
rückte man bisher mit Brech¬
werkzeugen und einem Trenn¬
schleifgerät zu Leibe, wobei bei¬
de Methoden nicht den optima¬
len Erfolg brachten. Die Schwie¬
rigkeiten bei diesen Bergungen
liegen darin, daß einerseits im
Interesse des meist schwer Ver¬
letzten äußerst behutsam vorge¬
gangen werden muß, anderer¬
seits das Lockern oder Schnei¬
den der zusammengedrückten
Metall- und Blechteile den Ein¬

satz ganzer Kraft erfordert. Da¬
zu kommt, daß die gestauchte
Karosserie unter großer Span¬
nung steht, was zum Zurück¬
schnellen von eben durchtrenn¬
ten Metallteilen führen kann.
Vorausblick und Fingerspitzen¬
gefühl auf Seiten des Helfers
sind daher in besonderem Maße
notwendig!

Eine von der Stadtgemeinde vor
kurzem getätigte Neuanschaf¬
fung, zu der auch die Brenner-
Autobahn-AG einen erheblichen
Anteil leistete, wird hier große
Arbeitserleichterung, erhöhte Si¬
cherheit und Zeitersparnis brin¬
gen. Es ist dies eine hydraulisch
angetriebene Rettungsschere
von rund 80 Zentimeter Höhe,
die mit entsprechenden Zusatz-
teilen eine ganze Reihe von
„Stückln spielt". Das trotz sei¬
ner 25 Kilogramm handliche
Gerät, das ein Mann bedient,
wird durch eine ölpumpe ange¬
trieben, die wiederum am Ein¬
satzort an ein Aggregat im tech¬
nischen Hilfsfahrzeug der Be¬
rufsfeuerwehr angeschlossen ist.
Bei erstaunlich geringer Lärm¬
entwicklung stellt die Schere
ihre geballte Kraft von 4500 kg,
das ist mehr als das doppelte
Gewicht zweier Pkw, zur Verfü¬
gung und spreizt mühelos ver¬
klemmte Türen auf, hebt einge¬
drückte Autodächer oder ermög¬
licht die Befreiung des Einge¬
klemmten dadurch, daß die
beim Aufprall nach vorne ge¬
rutschten Autositze zurückge¬
schoben werden. Das Herauszie¬
hen einer gestauchten Lenkrad¬
säule geht ebenso innerhalb
kürzester Zeit vor sich wie das
Abzwicken von klemmenden Pe¬
dalen oder das Schneiden von

Ein Plakat soll
Innsbruck
sauberer machen

Innsbruck ist im Grunde ge¬
nommen eine saubere Stadt,
wenn man von den besonde¬
ren „Erschwernissen" absieht,
die etwa durch eigenwillige
Witterung und wegwerffreu¬
dige Touristenströme gege¬
ben sind. Doch was gut ist,
kann noch besser, was sau¬
ber, kann noch sauberer wer¬
den. So beabsichtigt das Amt
für Umweltschutz, eine Sau¬
berkeitsaktion zu starten und
läßt einen künstlerischen
Wettbewerb zur Gestaltung
eines entsprechenden Plaka¬
tes ausschreiben. Derartige
Plakate, die an das Sauber¬
keitsgefühl appellieren, sind
in vielen anderen Städten mit
Erfolg affichiert worden.

Zum Wettbewerb sind alle
in Innsbruck ansässigen Gra¬
phiker eingeladen, eine Be¬
schränkung hinsichtlich der
Einreichung besteht nicht. Für
die besten der eingereichten
Entwürfe sind drei Preise vor¬
gesehen: 1. Preis 10.000.-,
2. Preis 5000.-, 3. Preis 3000.-
Schilling.

Die Arbeiten für den Wett¬
bewerb können bis längstens
30. April 1976 im Neuen Rat¬
haus, Innsbruck, Fallmerayer-
straße 1, Zimmer Nr. 343,
täglich von 8 bis 12 Uhr ab¬
gegeben werden. Nähere
Auskünfte über die Modali¬
täten der Einreichung kön¬
nen unter vorgenannter
Adresse oder telefonisch un¬
ter der Nummer 26 7 71 /343
eingeholt werden.

rettenden Öffnungen in die Ka¬
rosseriewände.

Alles in allem ein vielseitig ein¬
setzbares Gerät, durch das im
Unglücksfalle schneller und bes¬
ser Hilfe geleistet werden kann.
Der Anschaffungspreis der
Schere, die ein amerikanisches
Erzeugnis ist, betrug 200.000
Schilling. Im Hinblick auf die be¬
deutende, wenn nicht sogar le¬
bensrettende Funktion ein sicher
gut angelegter Betrag.

INNSBRUCK, Mitteilungsblatt der Lan¬
deshauptstadt. Herausgeber, Eigentü¬
mer und Verleger: Die Stadtgemeinde
Innsbruck. Chefredakteur und für den
Inhalt verantwortlich: Paul Gruber; in
der Redaktion: Ulla Thien und Doktor
Walter Frenzel. Alle Innsbruck, Rat¬
haus, Mada-Theresien-Straße 18. Druck:
Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck, Exl-
gasse 20.

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