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Zuschriften bittet die
Section in
Zukunft an den Schriftführer Herrn Franz
Anger er, Notariatsbuchhalter zu richten.
JUlstenldfid»
In der Wochen-Versammlung vom IG. Februar
machte der Vorstand Herr P.
A. Pazze
einige Mittheilungen über die
Isonzo-Quelle. Angeregt durch die Forschungen des Herrn Professor Fugger
in Salzburg über Eishöhlen (vgl. Mittheilungen 1883 Nr. 2, S. 53) hatte
er den Hüttenwart der Baumbach-Hütte in der
Trenta,
Josef Ken da, und
den durch seine grässliche Verstümmelung im Bärenkampf bekannt ge¬
wordenen Trentajäger Anton
To
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bar, zwei glaubwürdige und intelligente
Männer, veranlasst, zur Isonzo-Quelle hinaufzusteigen und zu berichten, in
welchem Zustand sie dieselbe im "Winter gefunden. Die Isonzo-Quelle
ist bekanntlich ein krystallhelles Bassin, eingebettet in einer ziemlich hoch
oben in einer Felsenwand befindlichen Grotte von sehr massiger Aus¬
dehnung. Am 8. Februar 1883 stiegen die beiden Männer hinauf und
berichten nun in ihrer schlichten Weise: Es war leichter hinaufzusteigen
als im Sommer, es war der Schnee hart; die untere Höhle war verschüttet
mit Schnee, man hat nicht bis zum Wasser kommen können. Die Leute
hier sagen, dass das Wasser in der Höhle nie gefriert. In die obere
Höhle sind Avir leicht hineingekommen, wo vielleicht noch nie ein Mensch
war; wir haben mit schwarzer Oelfarbe Tag und Jahreszahl an die Wand
gemalt, was von der unteren Höhle sichtbar ist. In die obere Höhle kann
man nur im Winter gelangen, was durch eine Schneelawine ermöglicht
wird; im Sommer ist aber überall glatter Felsen. Ich habe die Höhle
gemessen, auswendig ist sie 1,25 m breit, 1,75 m hoch, bis zum Ende
der Höhle 7 m lang, 7 m hoch; man hört das Wasser ungefähr V
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m tief
unter dem Geröll rauschen, Arie ein kleiner Bach. Es rinnt in die untere
Höhle hinunter; auch hört man wieder etwas höher so rinnen wie aus
einem Fass, auch in die untere Höhle. Drinnen ist's sehr warm,
man kann den ganzen Tag dort sitzen, ohne Kälte zu spüren. Jetzt ist
auswendig (d. h. im obersten Flussbett) auch kein Wasser, bis zu den
Häusern herunter ist's trocken. — So weit die beiden Gewährsmänner.
Es wäre eitel Selbstüberhebung, wollte man es wagen, auf Grundlage
solcher Erhebungen hin sich einzumengen in die Discussionen der Forscher,
die sich mit einschlägigen Studien beschäftigen; als unsere Sache aber
bezeichnete es Herr
Pazze,
zu trachten, das bereits vorliegende Material
um einige Körnlein neuer Beobachtungen zu bereichern; dazu wolle er
aber alle Sections-Mitglieder aneifern, besonders diejenigen, welchen die
Möglichkeit geboten ist, die hochinteressanten Eishöhlen im Tarnovaner
Wald, sowie im Nanos- und im Schneeberg-Gebiet zu allen Jahreszeiten
zu untersuchen.
MJeran.
Am 3. Februar wurde in den Curhaus-Localitäten wiederum
ein alpines Costumfest abgehalten, dessen Grundidee, eine Bauernhochzeit
im Burggrafenamt mit allen ihren Sitten und Gebräuchen darzustellen, voll¬
kommen gelang. Es war wieder ein sehr farbenreiches Bild, welches sich
in dem entsprechend würdevoll decorirten Saal darbot; nicht allein die
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